Gestapelte Jubiläumsbücher mit schlichten Stoffeinbänden neben einer Messing-Buchstütze
Jubiläumsbände im Stapel: Festschriften gelten als eigene Quellengattung.

Wann ein Jubiläum gefeiert wird

Häufig feiern Unternehmen nach 25, 50, 75 oder 100 Jahren. Solche runden Jubiläen rechtfertigen ein größeres Vorhaben. Die Zahl allein genügt jedoch nicht. Es muss auch feststehen, ab welchem Tag gezählt wird.

Der erste Schritt ist deshalb, das genaue Datum zu bestimmen. Es sollte durch ein Dokument belegt sein, etwa einen Handelsregistereintrag oder eine Gründungsurkunde. Oft wird ein falsches Datum gefeiert, weil sich die Beteiligten auf Familienerzählungen oder ihre Erinnerung verlassen. Ein solcher Fehler lässt sich zu Beginn leicht erkennen, nach dem Druck der Materialien aber kaum noch beheben.

So sieht die Planung aus

Die Planung sollte früh beginnen, denn das Projekt besteht aus mehreren Bausteinen, die aufeinander abgestimmt sein müssen. Dazu gehören eine Publikation, eine Ausstellung oder Zeitleiste am Standort, ein Treffen mit Mitarbeitenden und Partnern sowie Beiträge in der Unternehmenskommunikation. Nicht alles muss gleichzeitig entstehen. Entscheidend ist, dass alle Bausteine dieselbe Geschichte erzählen, statt unterschiedliche Fassungen der Ereignisse wiederzugeben.

Sinnvoll ist es, eine Person mit der Verantwortung für das gesamte Projekt zu betrauen und die wichtigsten Bausteine auszuwählen. Diese Auswahl hängt von der Größe des Unternehmens und der gewünschten Zielgruppe ab. Eine Ausstellung oder Zeitleiste erreicht vor allem Besucher am Standort, die Unternehmenskommunikation einen größeren Kreis. Das Treffen mit Mitarbeitenden und Partnern bietet Gelegenheit, denen zu danken, die diese Geschichte mitgeschrieben haben.

Material für die Festschrift

Eine Jubiläumspublikation erfordert eine gründliche Recherche anhand von Dokumenten, Fotografien und Berichten von Zeitzeugen. Diese Reihenfolge hat ihren Grund: Dokumente ermöglichen es, Daten und Fakten zu prüfen, während Erinnerungen der Geschichte ein menschliches Gesicht geben. Da das Gedächtnis trügen kann, sollten Erinnerungen stets mit Dokumenten abgeglichen werden.

Solche Arbeiten sind auch über das Unternehmen hinaus von Wert. Historiker untersuchen Festschriften als Quellen zur Unternehmensgeschichte. Wer sorgfältig arbeitet, schafft damit womöglich selbst eine Quelle für spätere Zeiten.

Was vor der Veröffentlichung zu klären ist

Bevor etwas in Druck geht, sind die Rechte an Fotos und Texten zu klären. Die Urheberrechte liegen möglicherweise bei Fotografen, Autoren älterer Artikel oder anderen Personen statt beim Unternehmen. Die Klärung sollte früh erfolgen, denn eine fehlende Genehmigung kann die Verwendung wichtigen Materials verhindern.

Steht das Datum fest, sind die Quellen zusammengetragen und liegen die Genehmigungen vor, gilt es, das Material zu einer stimmigen Erzählung zu ordnen. Das Jubiläum wirkt am besten, wenn Publikation, Ausstellung, Treffen und Kommunikation dieselbe Geschichte vermitteln und auf denselben belegten Fakten beruhen. Wie aus dem Material eine Chronik wird, beschreibt der Text zur Firmenchronik.